Archiv der Kategorie 'Denkmalpflege'

Winterpalais – Ausstellung studentischer Arbeiten

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Vom 14.12 – 16.12.2007 werden auf Schloss Friedenstein in der Ausstellungshalle (Westflügel) die Ergebnisse eines Studienprojektes der FH Erfurt am Fachbereich Architektur zum Winterpalais präsentiert. Die Studenten sollten in ihren Arbeiten die Neunutzung des Gebäudes als Stadtbibliothek untersuchen.

Wettbewerb zum alten Stadtbad entschieden

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http://www.av-a.com/

Artikel aus (KoKo / 06.12.2007 / DAB 2007/12 |)

Das Stadtbad Gotha ist ein Einzeldenkmal, das 1907-1909 errichtet wurde. Es handelt sich um eine symmetrische Anlage, in deren Mittelbau sich die Schwimmhalle befindet. In den Seitenflügeln sind Wannenbadanlage und Sauna untergebracht.
Das Gebäude wird seit mehreren Jahren nicht mehr genutzt und ist nun für eine Badnutzung zu sanieren. In direkter Nachbarschaft befinden sich unbebaute Grundstücke, die für einen Schwimm­hallen­neubau für Schul- und Vereinsschwimmen in direkter An-
bindung zum historischen Bad genutzt werden sollen.
Durch den Wettbewerb, der durch die Stadt Gotha ausgelobt wurde, sollte eine städtebaulich, architektonisch und funktional ausgewogene, wirtschaftlich günstige Lösung für die geplante Investition gefunden werden.
Nach einem vorgeschalteten Bewerbungsverfahren waren 14 Teams zum Verfahren zugelassen. Das Preisgeld betrug insgesamt 75.000 Euro zzgl. USt. Die Jury, unter Vorsitz von Prof. Ulf Herstermann, FH Erfurt, vergab vier Preise.

1. Preis
Andreas Veauthier | av-a Veauthier Architekten, Berlin
Dr. Nils Meyer, Berlin

Auszug aus dem Juryprotokoll:
„…Insgesamt ergibt sich eine Lösung, die in respektvollem Umgang mit dem Bestand eigenständige, neue Akzente setzt und zudem einen hervorzuhebenden Beitrag zur funktionalen und räumlich-gestalterischen Verknüpfung zwischen altem und neuem Bad liefert. Dabei entsteht durch kompakte Volumen, günstige Flächenverhältnisse sowie eine angemessene Formensprache und Materialwahl gleichzeitig ein wirtschaftlich realisierbares Entwurfskonzept.“

2. Preis
Peter L. Arnke, Brigitte Häntsch | AH Architekten BDA, Berlin
Rolf Mattmüller | Rolf Mattmüller Architekten, Berlin
Wolfgang Brune | Brune Architekten BDA, München

3. Preis
Dr. Anke Schettler | Schettler & Wittenberg Architekten, Weimar
Stefan Nitschke | nitschke+donath architekten, Weimar

4. Preis
Thomas Glöckner | Glöckner Architektur und Städtebau GmbH, Nürnberg

Offener Brief der Gothaer Architekten zum geplanten Abriss des Bahnhofsgebäudes

Im Zuge der öffentlichen Debatte um den Abbruch des Bahnhofgebäudes haben sich ortsansässige Architekten der Architektenkammer Thüringen getroffen. In diesem Rahmen stellte Herr Adlich als Leiter des Stadtplanungsamtes die langjährige Planungsgeschichte ausführlich und fundiert vor. In der nachfolgenden Diskussion wurden von den Teilnehmern folgende Leitsätze formuliert:

Städtebaulicher Kontext:

Der Bahnhof ist für den Bewohner der Stadt ein Tor zur Welt, für den Ankommenden das Tor zur Residenzstadt – daraus leitet sich seine besondere Bedeutung als wichtiger Identifikationspunkt ab. Das Bahnhofsgebäude (ob alt oder neu) ist der Endpunkt und damit eine unverzichtbare städtebauliche Markante der historischen Achse
Bahnhof- Friedrichstraße. Zukünftig wird das unmittelbare Umfeld durch das neue ÖPNV-Terminal, das Gebäude der ehemaligen Energieversorgung und die großzügige und moderne Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes geprägt. Auch wenn sich das Bahnhofsgebäude im Eigentum der Bahn oder möglicher Investoren befindet, ist und bleibt es von seiner Wahrnehmung her ein öffentlicher Raum, an den sich besondere Verpflichtungen des Eigentümers binden.

Architektur:
Das historische Bahnhofsgebäude stand mit seiner Errichtung und Architektursprache im unmittelbaren Zusammenhang mit den Gebäuden in der Bahnhofstraße (ehem. Feuerversicherungsbank, ehem. Grundkreditbank), die im sogenannten Historismus von dem bedeutenden Architekten Ludwig Bohnstedt
zwischen 1870 und 1880 errichtet wurden. Durch Umbauten, die teilweise Zerstörung im 2. Weltkrieg und Funktionsverlust wurde der Baukörper verstümmelt, eine ausgewogene Kubatur und Formensprache sind nicht mehr zu erkennen. Den heutigen Anforderungen an einen Bahnhof kann das Gebäude in seinem jetzigen
Zustand nicht gerecht werden.

Thesen:
Der Wiederaufbau des historischen Gebäudes stellt in funktionaler und wirtschaftlicher Hinsicht keine Lösung dar, da die Anforderungen an das Bahnhofsgebäude nicht denen der Bauzeit entsprechen und sich durch Funktionsverlagerungen nur noch ein geringer Flächenbedarf ergibt. Der Umbau des vorhandenen Gebäudes
muß jedoch als Handlungsoption erhalten bleiben – aus diesem Grund darf kein voreiliger Abriss erfolgen. Nach intensiver Klärung der realistischen Funktionsanforderungen wäre ein durch Architektenwettbewerb gut gestalteter Neu- oder Umbau sicher eine bessere Visitenkarte für Gotha als das vorhandene Gebäude.
Die Gothaer Architekten sind dazu bereit, die Stadtverwaltung bei der Lösungsfindung für den Gothaer Bahnhof zu unterstützen.

Gotha im November 2006


 

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